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Wanderratgeber | Teil XII Wandern im Winter und im Schnee

Wanderratgeber | Teil XII Wandern im Winter und im Schnee

Im Frühjahr thematisieren die Medien alljährlich den Beginn der Wandersaison. Dabei hat Wandern eigentlich gar keine wirkliche Saison. Schließlich kann man das ganze Jahr über in die Wanderschuhe schlüpfen und sich auf die Wanderwege begeben. Gerade der Winter, in dem relativ wenige Wanderer unterwegs sind, findet immer mehr Freunde. Nicht nur, weil man weniger schwitzt als im Sommer. Vor allem eine von Raureif, Schnee und Eis geprägt Landschaft lockt viele Naturliebhaber. Klare Luft und wohltuende Stille ermöglichen es, endlich mal vom Alltag abzuschalten. Selbst die überfülltesten Wanderwege sind im Winter häufig menschenleer. Und gerade in der dunklen Jahreszeit ist Bewegung im Freien umso wichtiger. Schon allein um das wenige Tageslicht aufzunehmen.


Erhöhter Energiebedarf im Winter

Wandern im Winter und ganz besonders Wandern im Schnee stellen uns vor ganz andere Herausforderungen als der Sommer. Das betrifft nicht nur die Ausrüstung, sondern auch unscheinbare Kleinigkeiten. Das beginnt bereits beim erhöhten Energiebedarf, der vielfach unterschätzt wird. Der Körper muss schon allein deshalb mehr Energie aufbringen, weil er gegen die Kälte ankämpfen muss, um die Körpertemperatur zu halten. Wandertouren im Winter sind zudem anstrengender. Vor allem das Laufen durch Schnee ist kräftezehrend.

Wer also im Winter wandert, der muss grundsätzlich mehr Proviant einplanen

. Bei heißen Temperaturen hingegen bleibt das Hungergefühl oft aus, man isst automatisch weniger. Dafür muss umso mehr getrunken werden. Bei Winterwanderungen muss der Flüssigkeitsvorrat nicht ganz so üppig ausfallen. Dafür freut man sich bei niedrigen Temperaturen natürlich über ein warmes Getränk, das von innen wärmt. Damit Tee oder Kaffee aber auch wirklich längere Zeit heiß bzw. warm bleiben, bedarf es einer guten Isolier- bzw. Thermoskanne. Tipp: Gut warm hält Ingwertee, der den Kreislauf ankurbelt.

Winterwanderschuhe schützen gegen Kälte und Nässe

Damit wären wir bereits beim Thema Ausrüstung. Was die Schuhe und die Kleidung betrifft, gilt es sich im Winter vor allem vor Nässe und Kälte zu schützen. Beides ist sehr unangenehm und kann einem echt den Spaß am Wandern verderben. Vor allem die Füße sind dahingehend empfindlich und zudem ohnehin der größten Belastung beim Wandern ausgesetzt.

Nun heißt Wandern im Winter nicht immer gleich Minustemperaturen. Manche Winter kommen eher als milder Herbst daher. Dann braucht man sich natürlich nicht gleich eine Zweiausrüstung zuzulegen, sondern kann seine gewohnten Wanderschuhe tragen. Einlegesohlen und dicke Wandersocken reichen dann aus um warm zu halten. Wer aber Wanderungen in den Bergen und im Schnee bevorzugt, der sollte in jedem Fall über Winterschuhe nachdenken. Viele Hersteller haben spezielle Winterwanderschuhe im Programm. Teilweise gibt es normale Wanderschuhe auch in einer Winterversion. So muss man sich nicht großartig umstellen.

Winterwanderschuhe, die gern auch von Bergsteigern und Kletterern gewählt werden, zeichnen sich vor allem durch eine Fütterung aus, die die Füße warmhält. Die große Kunst dabei ist es, die Schuhe so zu füttern, dass die Füße darin warm bleiben, aber eben auch nicht schwitzen. Feuchtigkeit führt nämlich zu Blasenbildung und Fußpilz. Außerdem ist der Schaft des Schuhs höher, damit beim Stapfen durch den Schnee keine Feuchtigkeit in den Schuh gelangt. Halbschuhe sind genau aus diesem Grund nicht empfehlenswert. Auch die Sohle ist auf Schnee und Eis ausgelegt und bietet unter diesen Bedingungen einen besseren Halt als andere Wanderschuhe.


Spezielle Winterausrüstung für Wanderer

Die Winterwanderschuhe sind bei echtem Winterwetter ein unverzichtbares Basic. Es gibt aber noch weitere Ausrüstungsgegenstände, die das Trekking im Winter vereinfachen können oder sicherer machen:

    • Grödel - Grödel sind quasi die Schneeketten für die Wanderschuhe. Dabei handelt es sich um einfache Steigeisen, die unter die Sohle geschnallt werden. Dafür braucht man keine besonderen Schuhe, da es sich lediglich um universell verwendbare Halb- bzw. Leichtsteigeisen handelt. Grödel haben vier bis sechs Zacken die dafür sorgen, dass das Gehen im Schnee leichter fällt. Man kann damit relativ sicher Altschneefelder und vereiste Wegabschnitte begehen. Die Grödel sind sehr leicht und günstig. Für einfachere Winterwanderungen reichen sie aus. Für komplexe Bergtouren sollte man sich vollwertige Steigeisen besorgen.
    • Gamaschen - Gamaschen sind Stulpen, die über den Schuh reichen und einen Teil des Beins abdecken. Ziel dieses Kleidungsstücks ist es, die Nahtstelle zwischen den Schuhen und den Hosenbeinen zu schließen. Selbst in Winterwanderschuhe mit hohem Schaft kann im Tiefschnee die Feuchtigkeit eindringen. Aber auch Schlamm und Regen sind eine Gefahr. Gamaschen verfügen meist über einen Reisverschluss oder Klettverschluss. Mit Schnüren und Haken lassen sie sich fixieren. Ein Gummizug sorgt dafür, dass das obere und untere Ende gut verschlossen sind. Wer längere Gamaschen bevorzugt sollte darauf achten, dass der obere Teil atmungsaktiv ist.
    • Wanderstöcke mit Schneetellern - Wanderstöcke geben in jeder Jahreszeit mehr Halt und Trittsicherheit. Aber gerade auf verschneiten und vereisten Wegen ist man als Wanderer doppelt dankbar für diese Hilfestellung. Selbst tiefer, frischer Schnee und rutschige Abschnitte lassen sich damit sicher überwinden. Zumal die Stöcke schon allein dabei helfen zu prüfen, wie tief ein Schneefeld überhaupt ist. Damit sie aber nicht gänzlich versinken, sollte man nur Wanderstöcke mit Schneetellern verwenden. Die sitzen oberhalb der Spitze, haben einen größeren Durchmesser und verhindern das vollständige Einsinken der Stöcke. Achten Sie von Anfang an darauf, ob Schneeteller bereits im Lieferumfang enthalten sind oder ob man die Stöcke damit nachrüsten kann.
    • Schneeschuhe - Wenn die Winterlandschaft geprägt ist vom weiß-glänzenden Schnee, dann macht das Wandern im Winter erst richtig Spaß. Allerdings wird das Laufen durch den Schnee auch erschwert, vor allem wenn er frisch gefallen ist. Schneeschuhe sind dann eine gute Möglichkeit um sich das Wandern zu erleichtern, im Tiefschnee sind sie häufig sogar unabdingbar. Schneeschuhe bestehen aus Kunststoff und werden einfach unter die Wanderschuhe geschnürt. Nach der Fixierung kann man damit mehr oder weniger über den Schnee gleiten ohne einzusinken. Je größer die Schneeschuhe, desto weniger sinkt man ein. Je schwerer der Wanderer, desto größer sollte die Auflagefläche sein. Kleinere Schneeschuhe sind leichter und nehmen nicht so viel Platz weg.
    • Lawinenset - Wer in Gebieten mit Lawinengefahr unterwegs ist, also vor allem in den Bergen, der sollte sich mit einem Lawinenset wappnen. Ein solches Set besteht in der Regel aus einem Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS), einer Lawinenschaufel und einer Sonde. Das Wichtigste bei diesem Set ist, dass man sich mit der Ausstattung und Funktionsweise im Vorfeld ausgiebig vertraut macht. Im Ernstfall kommt es auf Minuten an und jeder Handgriff muss sitzen. Sicher ist so ein Notfallset nicht gerade kompakt, es kann aber Leben retten.
Schnee Winter Wandern Natur Wald

Sonnenschutz im Winter noch wichtiger

Hinzu kommen noch diverse Kleinigkeiten, die man im Winter gern mal vergisst. Die Sonnenbrille ist vor allem dort wo Schnee liegt im Winter noch wichtiger als im Sommer. Der weiße Schnee reflektiert nämlich die Sonnenstrahlen. Nehmen Sie nicht irgendeine Brille, sondern eine mit hohem UV-Schutz. Auch die Haut muss wie im Sommer vor der Sonne geschützt werden. Da normale Sonnencreme aber zu viel Flüssigkeit enthält, die bei Kälte nicht optimal ist, sollten Sie zu einer fetthaltigen Creme greifen. Vergessen Sie keinesfalls sensible Körperstellen wie die Ohrläppchen oder die Lippen. Für letztere gibt es auch spezielle Lippenpflegestifte mit UV-Schutz.

Da es im Winter schneller dunkel wird und die Lichtintensität häufig auch generell geringer ist (wenn nicht gerade Schnee liegt), sollte eine Stirnlampe mit in den Wanderrucksack. Es passiert schnell, dass man sich verläuft und den Zeitplan nicht mehr einhalten kann. Mit einer Stirnlampe, die natürlich voll aufgeladen sein sollte, stehen Sie nicht im Dunkeln und haben trotzdem die Hände frei. Auch ein Kompass ist sinnvoll um nicht die Orientierung zu verlieren. Gleiches gilt für eine analoge Karte. Ein GPS-Gerät hilft ebenfalls, wenn man damit umgehen kann. Fürs Handy ist eine Powerbank sehr nützlich, mit der nachgeladen werden kann. Beachten Sie, dass sich Akkus bei Kälte schneller entladen.


Mehr kurze Pausen statt wenige lange

Für die Pausen ist ein isoliertes Sitzkissen empfehlenswert, damit man sich auch mal auf eine feuchte Bank oder einen kalten Stein setzen kann, ohne gleich eine Blasenentzündung zu bekommen. Pausen sind ein wichtiges Thema beim Winterwandern. Statt wenige lange Pausen sollte man zum Schutz vor Auskühlung mehrere kurze Pausen einlegen.

In diesen Pausen ist es ganz normal, dass man Kleidungsstücke an- oder wieder auszieht. Winterwandern ist ein ständiges An- und Ausziehen, weil man mal schwitzt und mal friert. Deshalb ist der Zwiebellook hier besonders angebracht. Kleiden Sie sich so, dass Sie im Bedarfsfall schnell für Abhilfe sorgen können.

Apropos Pausen. Viele Wander- und Berghütten sind im Winter geschlossen. Wenn Sie eine Einkehr planen, sollten Sie sich im Vorfeld genau informieren. Nehmen Sie deshalb auch lieber mehr Proviant mit, als sich auf externe Verpflegung zu verlassen. Planen Sie für eine eventuelle Einkehr genügend Zeit an, da die Hütten, die offen haben, meist sehr voll oder sogar überfüllt sind.


Tourenplanung gewissenhaft erledigen

Planung ist alles, auch und gerade bei Winterwanderungen. Denken Sie dran, dass die Tage kürzer sind als im Sommer. Nehmen Sie sich deshalb nicht zu viel vor. Planen Sie die Route gut und setzen Sie auf Hilfsmittel. Wegweiser und Trampelpfade können eingeschneit sein und deshalb schnell übersehen werden. Ein Zeitpuffer ist auch deshalb ratsam. Wenn möglich, wandern Sie im Winter nicht allein und schon gar nicht in unbekanntem Gebiet. Bei einem Unfall kann die Begleitung erste Hilfe leisten und den Rettungsdienst alarmieren.

Sie sehen also: Wandern im Winter bedarf eindeutig mehr Vorbereitung und Ausrüstung als im Sommer, hat aber auch seinen ganz eigenen Reiz. Man ist nicht auf überfüllten Wanderwegen unterwegs und bekommt eine zauberhafte Landschaft geboten, die Kälte und Nässe schnell vergessen lässt. Probieren Sie es aus!

 

Dieser Artikel ist Bestandteil des Wanderratgebers von Kaizen Sports.

In mehreren informativen Teilen erfahren Sie alles Wichtige und Wissenswerte rund ums Wandern. Lesen Sie jetzt weiter und werden Sie zum Wanderprofi!

Alle Teile im Überblick:

  1. Die richtigen Wanderschuhe
  2. Wanderschuhe schnüren, einlaufen und pflegen
  3. Warum Wandersocken den Unterschied machen
  4. Blasen beim Wandern vermeiden
  5. Wanderrucksack auswählen, packen und einstellen
  6. Wanderstöcke – nutzlos oder sinnvoll?
  7. Gute Wanderkleidung erhöhte den Komfort
  8. Wanderproviant – genussvolle Stärkung
  9. Gesund wandern
  10. Die besten Wander-Apps
  11. Wandertipps für Pilger
  12. Wandern im Winter und im Schnee

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